Vitiligo: Weiße Flecken an der Hand (© Axel Bueckert / Fotolia)

Einleitung: Was sind das da für weiße Flecken auf der Haut?!

Als Vitiligo wird eine Pigmentstörung bezeichnet, bei der es durch zunehmende Zerstörung der Melanozyten (Pigmentzellen) in Haut und Schleimhäuten, bei einigen Betroffenen auch im Auge und Innenohr, zu asymmetrischen und/oder symmetrischen Depigmentierungen kommt. Die Depigmentierungen erscheinen als kreideweiße Flecken auf Haut und/oder Schleimhäuten, weshalb Vitiligo umgangssprachlich auch als Weißfleckenkrankheit bezeichnet wird.

Die Flecken unterscheiden sich von Patient zu Patient hinsichtlich Anzahl, Form und Größe und können gelegentlich einen Saum aufweisen, der im Vergleich zur normalen Haut stärker pigmentiert ist. Die Vitiligo ist eine sogenannte erworbene Pigmentstörung, d. h. sie entwickelt sich immer erst nach der Geburt.

Der Ursprung des Begriffs „Vitiligo“ ist nicht ganz klar. Möglicherweise leitet er sich vom lateinischen Wort „Vitium“ ab, was so viel wie „Defekt“ bedeutet oder aber vom griechischen Wort „Vitelius“, womit weiße Kuhflecken bezeichnet werden und bereits die abwertende Haltung vieler Menschen beim Anblick eines an Vitiligo Erkrankten erkennbar wird. Gelegentlich begegnet einem auch der Begriff „Weißfleckenseuche“, obwohl es sich bei der Pigmentstörung keinesfalls um eine ansteckende Erkrankung handelt.

Vitiligo ist als Hautveränderung seit Jahrtausenden bekannt. Bereits 1400 v. Chr. wird sie in der „Atharva veda“, einem heiligen indischen Buch, aber auch im Koran, in der Bibel und in der buddhistischen Literatur beschrieben und nicht selten liefen die Menschen beim Anblick eines an Vitiligo Erkrankten davon, aus Angst, sich an der „weißen Lepra“ anzustecken. Im 18. Jahrhundert fand die Vitiligo als Kuriosität nochmals ausgiebig Erwähnung. Henry Moss, geboren in Virginia, war afroamerikanischer Abstammung und entwickelte im Alter von 38 Jahren eine Vitiligo, die sich von den Händen ausgehend schnell über seinen gesamten Körper ausbreitete. Moss machte aus der Not eine Tugend, indem er durch die Tavernen von Philadelphia tingelte und sich dort gegen Bezahlung zur Schau stellte. In den 1990er Jahren überschlugen sich die Medien, als Michael Jackson den unübersehbaren Verlust seiner dunklen Hautfarbe mit einer Vitiligoerkrankung begründete.

Obwohl in Deutschland rund 1 Million Menschen von Vitiligo betroffen sind, ist sie dennoch vielen Menschen als Erkrankung unbekannt. Nicht selten wird sie auch von Ärzten eher als ein kosmetisches Problem denn als Erkrankung angesehen. Und das, obwohl die Vitiligo durch die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) als Krankheit anerkannt ist und in der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD-10) die Codeziffer L 80 trägt.

Vitiligo verursacht weder Schmerzen noch körperliche Einschränkungen und hat auch keine lebensverkürzenden Folgen, darf jedoch aufgrund der ernsten psychischen Belastung und der sozialen Folgen, denen Betroffene ausgesetzt sind, nicht unterschätzt werden.

Auch wenn in den letzten Jahren eine verstärkte Forschung betrieben wurde, ist die Ursache der Vitiligo nach wie vor nicht umfassend geklärt und es exsistiert bis heute keine Therapie, mit der die Pigmentstörung dauerhaft geheilt werden kann. In Ermangelung einer kausalen Behandlungsmöglichkeit ist die Vitiligo somit weiterhin eine chronische Erkrankung, für die allerdings erfolgversprechende Therapieansätze bestehen und somit schon heute vielen Betroffenen das Leben mit den weißen Flecken erleichtert werden kann.

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